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NORDLAND - Vorwort

Vorwort

von Christian Kordas


Es waren die Raunächte im Jahre 2000, die magische Zeit „zwischen den Jahren“, in der nach altem
Glauben der Allvater mit seinem wütenden Heer über das Land jagt, als ich Voenix’ Buch "Auf Wotans
Pfaden" zum ersten Mal las.
Seine Intention, die verschiedenen Aspekte und Urbilder des archaischen Gottes dem geneigten Leser in
ebenso unterhaltsamen wie tiefgründigen Kurzgeschichten näher zu bringen, gefiel mir – und so war ich bald
Besitzer sämtlicher Werke aus seiner Feder.
Einige Jahre später lud ich im Rahmen einer Seminar- und Vorlesungsreihe, die ich gemeinsam mit
meiner damaligen Lebensgefährtin zum Thema „Europäisches Heidentum“ veranstaltete, Voenix zu einer
Autorenlesung ein.
Im Anschluss daran verbrachten wir dann etliche Stunden damit, uns rege und konstruktiv über die
nordischen Götter, ihren faszinierenden Mythenkreis und die alltäglichen philosophischen Geheimnisse des
modernen Stadtheiden auszutauschen.

In den folgenden Jahren intensivierte sich unser Kontakt und so wirkte Voenix oft und gerne am Programm
der von mir mitorganisierten und stets gut besuchten mehrtägigen Feierlichkeiten zu Ostara mit.
Seit geraumer Zeit verbindet uns nun eine persönliche Freundschaft, wir veranstalten zusammen verschiedene
Seminare und Workshops, unterstützen uns gegenseitig bei diversen umfangreichen Projekten, wie
z.B. bei der von ihm initiierten Aktion „Heiden vereinigt Euch“, und betreiben in gemeinsamer Pionierarbeit
„Heiden-TV“ – eine Video-Plattform mit Dokumentationen, Reportagen und Interviews zur Thematik der
vorchristlichen Kulte Europas in der modernen Zeit.
So ist seine hier vorliegende umfangreiche und persönliche Zusammenstellung aus über 20 Jahren künstlerischer
Tätigkeit auch ein wenig mein subjektiver nostalgischer Rückblick auf archaisch-kraftvolle Bilder
und hintergründige Zeilen, welche mir stets bedeutsame Impulse auf meinem individuellen heidnischen Weg
gaben und mich durch die verschiedenen Phasen begleiteten.

Voenix’ erfrischend-kreativer Malstil, autodidaktisch entstanden aus der Leidenschaft die alten Götter visuell
neu zu beleben, mag vielleicht nicht jedem zusagen. So ist das mit der Kunst. Wer aber seine bisherigen
Arbeiten bewundert, der wird sicherlich auch an den bisher unveröffentlichten Malereien und Illustrationen
dieses Bandes seine Freude haben.
Die Bilder und Zeichnungen fesseln nicht nur allein durch ihren Detailreichtum. Wer sich auf eine unvoreingenommene
Betrachtungsweise einlässt, der wird für sich vielleicht auch den Zauber der Botschaft
hinter der Leinwand entdecken. Ebenso werden sich dem Leser durch die bildhafte Umsetzung der Runen
möglicherweise einige alternative Einblicke in deren Geheimnisse offenbaren.
Eingestreute private Anekdoten wechseln sich ab mit kurzen Geschichten, vermitteln alte, tiefgründige
Weisheiten auf eine verständliche Art und Weise und schlagen gleichermaßen den Bogen zu den philosophischen
Fragen unserer Tage.
Eine der großen spirituellen Herausforderungen unserer Zeit liegt meiner Ansicht nach darin, dass wir
den Heimweg zu den Archetypen unserer eigenen Kultur wiederfinden. Auf dieser Wanderung können Voenix’
Werke vertrauenswürdige Bausteine und Begleiter sein.
Aber ganz gleich, ob Sie nun Bewunderer oder Kunstrichter sind, ob Sie vielleicht zu den Experten der
heidnischen Weltbilder Europas zählen oder ob Sie zum ersten Mal die Ihnen bislang noch völlig unbekannte
Welt der nordischen Mythologie betreten: Ich wünsche Ihnen viel Kurzweil, gute Unterhaltung und spannende
Einsichten mit diesem Bildband.

Christian Kordas  -  Recklinghausen, im Juli 2014