News vom 27.06.2014

Die 2. Versammlung in Fritzlar am 14.6.2014

Als wir am Samstagmorgen bereits gegen halb 11 Uhr eintrafen, war ich erst einmal wenig begeistert zu erfahren, dass die Stadt Fritzlar ihren Samstäglichen Wochenmarkt auf den Domplatz verlegt hatte. Natürlich hatte mich niemand darüber informiert, sodass meine Aufruf an die aktiven Teilnehmer, bitte schon um 13 Uhr für eine kleine „Generalprobe“ zu erscheinen, erstmals vorn Ar… war, da der Markt offiziell bis um 14 Uhr ging. Nach mehrmaligen Anrufen bei einem Metzger, tauchte der dann gegen 15 Uhr auch endlich auf, um seinen vergessenen Wurstwagen abzuholen, der bis dahin noch den Platz blockiert hatte. Dinge, die einen als Veranstalter, der versucht einen Zeitplan einzuhalten, nicht unbedingt entspannter werden lassen. Um 12:15 hatte ich vor dem Rathaus (wo bis dahin eine Blaskapelle spielte und eine Gruppe Senioren mit Volksmusik unterhielt) eine Verabredung zur Lagebesprechung mit dem Ordnungsamt sowie dem zuständigen Einsatzleiter der Polizei. Der ließ allerdings auf sich warten und kam schließlich gar nicht. Es waren später aber ein paar Beamten in Zivil vor Ort, die sich mir auch vorstellten und zu keinem Zeitpunkt eingreifen mussten, was mich wohl ebenso gefreut haben dürfte wie alle anderen.

Das Wetter war uns hold, keine Störungen – von den lauten Domglocken einmal abgesehen, die wir dann zu einer spontanen Trommel- und Klatscheinlage nutzten – und auch das Treffen auf dem Grillplatz verlief aus meiner Sicht bis in die Nacht hinein völlig harmonisch. Rundum also ein friedliches Treffen und eine gelungene Veranstaltung.

Die Presse scheint uns diesmal leider fast gänzlich ignoriert zu haben, obwohl wir im Vorfeld mehrmals bestimmt 20 Medienstellen rund ums TV und Hessenländle informiert und mit unserer Presseerklärung angeschrieben hatten (da tut Vernetzung untereinander noch dringend Not). Der Reporter der HNA, der vor Ort war, quatschte mich dann plötzlich zwischen 2 Reden von hinten an, während ich mich gerade umzog. Ich erklärte ihm freundlich, dass ich ihm im Anschluss gerne seine Fragen alle beantworten würde, da wir am Ende eine Presseerklärung vorbereitet hätten. Ich fragte nach seiner Karte, doch er hatte nicht mal eine dabei und kritzelte mir seine e-mail auf einen abgerupften Zettel. Als wir dann fertig waren und die Petition zum Rathaus gebracht hatten, suchte ich den Mann leider vergeblich. Einer spontanen Eingebung folgend hatte ich ihm zuvor wenigstens noch eine Kopie unseres Briefes an den Bürgermeister in die Hand gedrückt, in dem auch unser gewünschter Gedenktafeltext zu lesen ist, den er in diesem Bericht dann veröffentlichte. Dass der Reporter mich darin zum „Führer der Neuheiden“ ausruft, war übrigens nicht meine Idee. Dies bitte ich jene zu berücksichtigen, die sich daran stoßen sollten. „Fürsprecher“ wäre mir persönlich sehr viel angenehmer gewesen, aber alle, die schon mit Journalisten zu tun hatten, wissen ja, wie so was oft abläuft.

Ein weiterer persönlicher Wermutstropfen ist, dass einige Menschen, die mir fest zugesagt hatten, am Ende doch nicht erschienen sind. Zusammen mit denen, die es mir im Vorfeld zumindest relativ sicher in Aussicht gestellt hatten, wären wir bestimmt auf 200 Teilnehmer gekommen. Wie aber heißt es? Etwas Schwund ist immer dabei.

 „Freundlich ignorieren“ werden die Stadtväter von Fritzlar wohl auch unsere gesammelte Unterschriften-Petition. Mal schauen, ob überhaupt und wenn ja, was dazu kommt. Wir werden da jedenfalls nicht locker lassen und in gewissen Abständen telefonisch immer wieder nachhaken. Tatsache ist, wir kommen für alle äußerst unbequem daher, da jeder, der sich eventuell ein wenig mit uns solidarisieren sollte, ja lokale Repressalien befürchten muss. So sieht die Realität nun einmal aus, gerade was den erz-christlichen Kreis Fritzlar-Homberg anbelangt.

Was deshalb vor allem wir Heiden wohl erst (wieder?) lernen müssen, ist gemeinsam für etwas zusammenzustehen, um uns so überhaupt mal Gehör zu verschaffen. Die von Euch, die da waren, haben den Geist dieser Vision vielleicht spüren dürfen (einige auf jeden Fall, wenn ich die Reaktionen hier lese). Deshalb auch ist mein größter Wunsch, endlich diese ständigen Energieraubenden Grabenkriege zu beenden, um gemeinsam auf etwas viel Größeres hinzuarbeiten. Der Weg dorthin ist schwer genug, denn die „normale“ Gesellschaft will uns ohnehin nicht (anschaulich dokumentiert durch einen Fritzlarer Bewohner, der eine Gruppe von uns im Vorbeigehen als „Pack“ beschimpfte).

Was war nun Sinn und Zweck des Ganzen, wurde hier schon gefragt. War das nicht ersichtlich und zu spüren? Es ging und geht darum uns Heiden punktuell zusammenzuführen, eine große Anzahl von Individualisten (denn nichts anderes ist das Heidentum für mich, in dem sich die ganze Vielfalt der Natur selbst widerspiegelt) endlich mal so etwas wie ein Gefühl für Einheit zu vermitteln. Auch ging es uns darum, mal Gesicht zu zeigen, nicht nur der „Welt“, die uns mal wieder ignoriert hat, sondern auch anderen ins Angesicht zu blicken. Den Menschen neben sich zu „sehen“, fernab seines anonymen Facebook-Konterfeis. Und mir persönlich ging es darum zu inspirieren. Und wenn daraus neue Begegnungen, Freundschaften, Kreise, Ideen und Visionen wachsen dürfen, freut mich das ganz besonders. Ein wenig scheint sich ja schon jetzt abzuzeichnen, was ich klasse finde. Ob und was dann daraus noch weiter entstehen darf und wird, haben wir alle in der Hand. Ich für meinen Teil möchte gerne weiter an dieser Vision arbeiten – auch wenn sie viel Kraft kostet.

Wenn ihr ebenso denkt, dann dürft ihr diesen Link hierhin gerne weiterleiten.

Danke nochmals an alle Unterstützer und aktiven Teilnehmer der Versammlung! Ohne Euch, wäre dieser Tag nicht so rund gelaufen und hätte nie so in dieser Form Zustandekommen dürfen. Danke auch an die wenigen Sponsoren und alle, die ihr real anwesend ward, teilweise enorm lange Anreisen in Kauf genommen habt und an alle, die auf unserer Petition unterzeichnet haben. Wir bleiben dran!

Mit Heil und Segen,

Voenix

PS: Ich werde die nächsten Tage noch etliche Fotos sichten und dann wohl ein paar Foto-Galerien mit Impressionen einstellen. Auch Filmaufnahmen gibt es noch reichlich, aber ich kann mich halt nicht zerrupfen und ein Buchabgabetermin für den kommenden Monat drückt ebenfalls. Mehr in Kürze.