News vom 28.01.2016

3. Versammlung in Fritzlar in Gedenken an die entweihte Donareiche

Die entweihte Donar-Eiche zu Fritzlar

Diese Geschichte beginnt damit, dass ich im Jahre 2005 gemeinsam mit einem befreundeten Verleger quer durch Deutschland reiste, um Recherchen für ein Buchobjekt zu betreiben. Unsere Reise führte uns unter anderem auch ins nördliche Hessen nach Fritzlar, um den dortigen St. Petri Dom aufzusuchen.

Hier das neue Aufrufvideo für den 18.6.2016

www.youtube.com/watch

In Fritzlar soll bis ins Jahre 724 eine uralte, dem Germanengott Donar geweihte Eiche gestanden haben, die der ansässigen Bevölkerung als sichtbares Heiligtum ihres alten Glaubens diente. In besagtem Jahr nun wurde diese Eiche (angeblich eigenhändig) von einem Bischof Namens Bonifatius gefällt, der die Bevölkerung dafür hatte zusammenrufen lassen, um ihr vor Ort die Macht des neuen Glaubens zu demonstrieren. Die sah vor allem so aus, dass der germanische Donnergott keinen vernichtenden Blitz aus dem Himmel herab sandte, um die Zerstörung seines Heiligtums zu verhindern! Und damit seitens der empörten Bevölkerung auch keine irdische Verhinderung dazwischen kam, stand eine Abteilung schwer bewaffneter Frankenkrieger parat, bereit, beim geringsten Widerstand gnadenlos gegen jeden Aufrührer vorzugehen. Als die Eiche gefallen war, ließ Bonifatius aus ihrem Holz angeblich eine kleine Kapelle bauen, um die herum ein Benediktiner-Kloster entstand, die Keimzelle der späteren Stadt Fritzlar, deren offizielle Gründung noch im selben Jahr erfolgte.

Anlässlich ihrer offiziellen Stadtgründung vor 1275 Jahren, haben die hiesigen Stadtväter dieses Jubiläum im Jahre 1998 mit einem Kunstprojekt begangen, für das der Kulturverein Fritzlar e.V. den Stuttgarter Bildhauer Ubbo Enninga gewinnen konnte. Dieser schuf darauf eine Bronzeplastik, die am 05. Juni 1999 – dem Tag des Heiligen Bonifatius – auf dem Domplatz aufgestellt wurde.

Eine Dame, die damals in Rothhelmshausen, einem Stadtteil von Fritzlar, wohnte, schrieb mir dazu folgende Zeilen: "Die Statue wurde an einem Samstag mit großem Tamtam eingeweiht. Angeliefert und aufgestellt war sie jedoch bereits am DONNERstag davor. An genau diesem Tag ging ein gewaltiges Gewitter über Fritzlar nieder. So gewaltig, dass durch den heftigen Regen am Büraberg ein so großer Erdrutsch passierte, dass die Bundesstraße, die dort entlang führte, komplett überschwemmt war (Auf dem Büraberg stand einst das Kloster, von wo aus Bonifatius nach Fritzlar bzw. Geismar kam. Die Eder bildete damals die Grenze zwischen den bereits christianisierten Franken und den noch heidnischen Chatten.)."

Sie hatte sich damals gewundert, warum auf einmal so viele Autos durch ihr kleines Dorf fuhren. Sie empfand dies als ein so deutliches Zeichen von den alten Göttern, dass sie gleich daraufhin einen Leserbrief verfasste, der auch bereits am nächsten Tag in der HNA zu lesen war. Darin hatte sie ausgedrückt, dass die Natur nicht von Gott getrennt werden kann und die Zerstörung der Natur auch die Zerstörung Gottes bedeute. Bei der Einweihungsrede am Samstag hatte der damalige Dechant Conrad sogar Bezug darauf genommen und klargestellt, dass Gott sehr wohl über der Natur stehe. "Naja, Katholiken halt." schloß die Dame ihren brief an mich.

Als ich nun selbst im Sommer 2005 aus dem Kloster trat, sah ich diese Statue zum ersten Mal und war, ob ihres Anblicks, im wahrsten Sinne des Wortes wie vom Blitz getroffen. Sie zeigt Bonifatius im Mönchsgewand, der mit stolzem Blick auf dem Wurzelstumpf der abgehackten Donareiche steht. In der linken Hand hält er eine langstielige Axt, während die rechte eine Art Grundstein, bzw. Miniaturmodell des künftigen Klosters über eine schmale Säule hält, die unter anderem wohl auch eine stützende Funktion erfüllt.

Vom künstlerischen Standpunkt aus gesehen, ist dieses Denkmal durchaus eine gelungene Arbeit und sicherlich mag seine Aussage für manchen Einwohner von Fritzlar ihren berechtigten, da geschichtlichen Wert darstellen. Viele von uns Heiden sehen darin jedoch die offensichtliche Zurschaustellung eines gewaltsamen Aktes, der unsere Vorfahren einst auf abrupte und radikale Weise ihrer religiös-spirituellen Wurzeln beraubt hat. Nicht, dass die Donareiche zu Fritzlar/Geismar der einzige Kultbaum gewesen wäre, der von den Missionaren gefällt wurde, doch markiert gerade sie durch ihre Berühmtheit einen traurigen Meilenstein in der Geschichte der deutschen Zwangs-Christianisierung.

Nach mehreren frucht- und erfolglosen Bemühungen, Kontakt zu den Fritzlarer Stadtvätern sowie der ortsansässigen Kirche zu knüpfen, haben wir im Juni 2014 dem Fritzlarer Magistrat eine Unterschriftenpetition (mit 823 Stimmen) zukommen lassen, in welcher wir die Stadt nach der Erlaubnis zur Anbringung einer Gedenktafel auf dem Domplatz ersuchen.

Der Text auf dieser Tafel soll lauten:

„In Gedenken an die Ahnen und Götter, deren Heiligtum einst hier stand. Mögen die unterschiedlichen Religionen zukünftig in Frieden miteinander auskommen.“

- Gestiftet von den Anhängern des Neuheidentums und vorchristlicher Kulte Europas -

Dieses Gesuch wurde mehrere Monate geprüft und schließlich abgelehnt. Nachdem wir uns an den hessischen Landtag gewandt hatten, wurden wir darüber informiert, innerhalb eines Jahres Einspruch gegen diesen Bescheid einlegen zu können, dem wir auch nachkamen.

Die jüngste Entwicklung ist jene, dass nun eine Anhörungskommission zusammentritt, bei dem wir unser Vorhaben noch einmal vortragen dürfen. Wie hoch die Chancen einzustufen sind, ist ungewiss, aber wir werden natürlich alles versuchen, um unser Anliegen entsprechend vorzutragen.

Um zu zeigen, wie wichtig uns nach wie vor unser Anliegen ist, wollen wir am 18. Juni 2016 zum 3. Male in Fritzlar zusammenkommen.

Und weil wir es vom Datum her diesmal schön passt, wollen wir den Versammlungstag am Abend mit einem gemeinsamen Sonnenwendritual abrunden.

Uns ist klar, dass hierdurch einige Leute sicherlich nicht kommen können/werden, weil sie an diesem WE möglicherweise ihre eigenen Blots feiern möchten. Aber vielleicht ist es für einige von Euch ja auch ein Anstoß, sich mal auf ein Treffen im größeren Kreise einzulassen, um einfach zu schauen, was sich daraus ergibt.

Wir würden uns freuen!

Die nachfolgende Grill-Feier wird diesmal also NICHT an dem bereits 2 x in den Vorjahren benutzten Grillplatz erfolgen!!, sondern heuer bei Albertshausen, das sich ca. 20 Autominuten von Fritzlar entfernt befindet. Hier könnt ihr euch auch anmelden, wenn ihr Zelten möchtet. Mehr Infos hier:

http://www.aktion-wir-heiden.de/wordpress/event/sommersonnwend-feier-im-halloh/

Hier nochmal alle Angaben:

Wann: 18.6.2016

Wo: Auf dem Domplatz zu Fritzlar

Beginn: 16:00    (der Domplatz ist aber bereits ab 15 Uhr angemeldet)

Dauer: ca. 80 bis 90 Minuten


Wichtig wäre noch darauf hinzuweisen, dass wir weder einen Demo-Aufmarsch planen, noch irgendwelche „Randale“ beabsichtigen. Der Name Fritzlar kommt von Frideslar, und bedeutet so viel wie: „Ort des Friedens“, was bei dieser Aktion oberstes Gebot sein soll. Im Übrigen beinhaltet das deutsche Versammlungs-Gesetz, dass das Tragen von Waffen jeglicher Art während einer Versammlung untersagt ist. Also bitte auch Grillmesser und ähnliches „Waffenbesteck“ verpackt im Rucksack lassen, da einen sonst die anwesenden Polizeibeamten zum Verlassen des Platzes auffordern können. Wer damit ein persönliches Problem hat, der möge also bitte lieber zuhause bleiben. Alle anderen sind jedoch herzlich willkommen und aufgefordert, an dieser Versammlung teilzunehmen. Ansonsten bringt gerne eure Kinder, Hunde und auch die Oma mit – je mehr Generationen kommen und je bunter wir sind, desto besser!

 

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

 PS: Hier findet Ihr noch ein paar Links, die zu Videos von den beiden ersten Versammlungen führen:

https://www.youtube.com/watch?v=4WCcqJ7e9e4

https://www.youtube.com/watch?v=AADgyW3LB74

https://www.youtube.com/watch?v=5LgCuvb79eQ

 und noch ein Aufrufvideo von 2014:

https://www.youtube.com/watch?v=qzpS-8Hsd8Q