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Selbstweihe

Selbstweihe

17. Schon seit Monaten in einem tiefen Verwandlungsprozess begriffen, war ich nach Höxter gereist mit dem tiefen, inneren Wunsch nach einem „Zeichen der Kraft“, das der „ungläubige“ Thomas in mir für seinen künftigen Weg wohl irgendwie noch zu brauchen schien. Und genau das ist am Samstagmorgen beim Ostara-Blot während der Sumbelrunde erfolgt. Als die neben mir stehende Ines mir das mächtige Trank-Horn überreichte, sprach ich den Zeiten-Wandel an, den ich schon seit längerem immer deutlicher in mir verspüre. Und in jenem Moment als ich das Horn gen Himmel hob, um den Göttern zu danken, schallte der lang gezogenen Heulruf eines Wolfes durchs vereiste Weser-Tal, den alle Anwesenden deutlich vernehmen konnten! Ich war so verblüfft und gleichzeitig berührt, dass ich in dem Moment unmöglich imstande war weiter zu sprechen. Wie schon damals in Fritzlar, als mich vor meiner Ansprache die Gefühle übermannten. Endlich brachte ich noch meinen Dankesruf an die Götter und den Wolf zustande, während mein Innerstes zutiefst aufgewühlt war. (Noch niemals zuvor habe ich den Ruf eines freien Wolfes in Deutschland vernommen…kann es ein deutlicheres Zeichen für einen so dringend benötigten Wandel geben?)
Was auch immer dieser Wolfsruf für den Einzelnen bedeutet haben mag, ich jedenfalls hatte mein Zeichen der Bestätigung von „oben“ bekommen. Und eben das war es, was mich in dem Gedanken bekräftigte, den nächtlichen Kreis der Versammelten vor dem Trommeln noch für einen kleinen Moment zu „missbrauchen“, um öffentlich und damit vor Zeugen (was mir ein inneres Anliegen war) mein Bekenntnis als künftiger, frei fliegender Ritualleiter und priesterlicher Gehörnter zu verkünden.
Die gute Sanni unterstützte mich dabei hilfreich mit ihrer Feuershow-Einlage (Dir noch mal an dieser Stelle ganz herzlichen Dank dafür!). Für mich ein doppelt eindrückliches Erlebnis, denn immer dann, wenn der Phoenix sich verwandelt, ist bekanntlich Feuer mit im Spiel. Deshalb auch habe ich eine Fotomontage mit diesem Bild hier als Titelbild gewählt.

Zwei Tage später wurde mir dann nicht ganz ohne Häme von jemand mitgeteilt, dass "mein" Wolfsruf lediglich ein Klingelton gewesen sei... worauf ich entgegenete, dass wenn es sich wirklich nur um den Handy-Klingelton eines Teilnehmers gehandelt habe, ich mich bei ihm für seine "Achtsamkeit" bedanke, es während eines Blots nicht ausgeschaltet zu haben, denn so konnte der Wolf – ob digital oder nicht – seine Zustimmung wenigstens in genau diesem Moment abgeben.
Und irgendwann wurde ja auch dieser Klingelton einmal in freier Wildbahn aufgenommen. Für mich war dabei letztendlich der „spirit“ entscheidet und nicht die Art und Weise, auf die er sich offenbart hat. Willkommen im digitalen Zeitalter!

Andere Teilnehmer, die ich später noch fragte, wie sie das Heulen vernommen hätten, antworteten mir, sie hätten dieses ebenso wie ich durch das ganze Tal heulen hören. Doch wie auch immer. Ich hatte mein Zeichen. Und wer sich auskennt, für was der Wolf in der Symbolik steht, der wird wissen, dass es keine Rolle mehr spielt ob "echt" oder nicht... war doch der Ruf Teil des Blot-Rituals und damit das, was ich mir ersehnt hatte. Basta!

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